Georgien – Fröhliche Landfahrten

Wie erwähnt, hat unsere multinationale Reisegruppe nicht nur Tiflis (Tbilisi) erkundet. Unsere bezaubernde Reiseführerin Tinatin Ghvinianidze hat uns auch ein wenig Land und Leute außerhalb der Hauptstadt näher gebracht. Ich berichte nur kurz über ein paar Highlights und das auch eher fotolastig. Bei Letzerem fehlte ein wenig die Muße und Zeit für Genauigkeit. Insofern kommt der Bericht ein wenig trivial und einfach daher und erlaubt nur einen beschränkten Einblick über das Erlebte. Aber ich wollte es schon noch teilen, um Interessierten weinigstens einen kleinen Einblick unserer Reise zu gewähren.

Was mich immer begeistert sind genau solche Gelegenheiten: durch ein mir völlig fremdes Land zu fahren und Landschaften, Umgebungen, Architektur, Geschichte und alltägliches Treiben auf der Straße zu erleben. Ich sauge das förmlich auf.

An einem Tag fuhren wir von Tiflis Richtung Westen, entlang eines Zweigs der alten Seidenstraße, über Gori, dem Geburtsort Stalins, zur antiken Höhlenstadt Uplisziche. Auf dem Weg dorthin habe ich einfach mal aus dem Auto heraus watt Georgien geknipst.

In Gori haben wir nur kurz am Geburtshaus von Genosse Stalin pausiert, weil uns allen eigentlich eine Huldigung fehl am Platze schien. Nicht aber ohne geschichtliches zu vernachlässigen. Wir lauschten gespannt Tina bei ihren Ausführungen zu, verzichteten aber alle auf einen Besuch des Museums und des Staatslenkers berühmten Eisenbahnwaggon, mit welchem er vor möglichen Anschlägen gut geschützt und komod durchs Riesenreich geschockelt wurde. Und nein, Devotionalien des ehemaliger Generalsekretärs der Kommunistischen Partei der Sowjetunionhaben und berühmtesten Sohn der georgischen Stadt, haben wir auch keine gekauft.

Wesentlich länger haben wir uns in Uplisziche aufgehalten. Einer ab dem 2. und 3. Jahrhundert nach Christus bis zum Mittelalter prosperierenden Stadt, die an einem Karawanenweg der Seidenstraße gelegen war. Mehrere Tausend Bewohner müssen hier vom eifrigen Handel wohl gut gelebt haben. Das Höhlenstädtchen war einer der wichtigsten Umschlagplätze für die begehrten Waren sowohl aus dem Osten, wie auch dem Westen. Beeindruckend!

Auf der Rückfahrt Richtung Tiflis haben wir mitten im Land die Weindegustation von Nika Vacheishvili besucht. Ein wirklich sehr idyllisch gelegenes Weingut. Sowatt von mitten drin im Land… Während wir ein sehr leckeres kleines Mittagessen kredenzten stellte uns Nika die seltene und autochthone Weinsorte Atenuri vor, die er anbaut und verarbeitet. Naja, also mehr die flüssigen Ergebnisse des Anbaus stellte er vor. Seine wirklich hervorragenden Weine. Und Chacha… *hicks*

Man kann bei Ihm auch übernachten. Was sinnvoll sein kann, wenn man watt mehr degustieren wollen würde… Hier geht´s zu Nikas Interneseite: Internetseite (klick mal).

An einem anderen Tag fuhren wir gen Osten. Entlang der Kachetischen Weinstraße ging es ins mittelalterliche Städtchen Sighnaghi hoch über der Alasani Ebene. Wieder hing Pauli sein Blog Autor mit der Nase (und der Kamera) an der Busscheibe und saugte auf. Also, knipste.

Es folgte ein Besuch des Nonnenklosters Bodbe, wo sich das Grab der Heiligen Nino der „Erleuchterin Georgiens“ befindet. Danach ein Stadtrundgang durch die gewundenen Gassen von Sighnaghi und Besuch im Sighnaghi Museum mit zahlreichen Bildern des dort gebürtigen, berühmtesten georgischen Malers Niko Pirosmani.

Zur Stärkung gab es anschließend eine feine Weinprobe in einem exklusiven Weinkeller eines langjährigen Winzers. Die nette Frau des Winzers erzählte uns eine ganze Menge über die Geschichte des georgischen Weines, von dem mir vor unserer Reise sogar nix belkannt war.

Danach ging die Fahrt noch tiefer ins Land hinein. Noch östlicher. Wir erreichten das Dörfchen Dschimiti und erlebten einen weiteren Höhepunkt unserer Reise. Ein Abendessen bei Mzia und Shota Tevdorashvili. Die georgische Familie und Eltern des Reiseunternehmers für den Tina arbeitet, hatte uns zu sich eingeladen, um einmal mehr die georgische Küche und den eigenen gekelterten Landwein genießen zu dürfen. Die Bäckerin Natela hatte zuvor noch in unserem Beisein frisches Brot im Steinofen für uns gebacken.

In Georgien gibt es den Brauch des „Tamada“. Ich könnte es gerade nicht besser beschreiben, wie es auf Wikipedia steht: „Der Tamada ist ein Tischmeister, der das Geschehen bei einem georgischen Bankett, der Supra, lenkt und Trinksprüche ausbringt. Seine Aufgabe ähnelt dem eines antiken Symposiarchen. Der Tamada wird zu Beginn des georgischen Banketts gewählt. Er entbietet den ersten Trinkspruch, der von den anderen Gästen variiert wird.“

Shota war der Tamada. Logisch. Aber irgendwann ging es reihum mit den Trinksprüchen. Es war ein besonderer Abend. Weniger wegen des hervorragenden Essens und des Weines. Vielmehr weil uns die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft der Eheleute Tevdorashvili fast schon beschämt hat. Und auch, weil sich einmal mehr zeigte, dass es ein universaler Wunsch ist, nach gegenseitigem Respekt, Solidarität, Freundschaft und friedvollem Miteinander zu streben.

Dieser Geist ist es, der eben auch unsere Reistruppe beseelt und solche besonderen Reisen mit besonderen Begegnungen möglich macht.

Von hier und jetzt im Namen aller die dabei sein durften noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an Mzia und Shota Tevdorashvili für diesen wunderbaren Abend!

Und Tina für die großartige Vorstellung Ihres Landes, Georgien.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Haellavender sagt:

    Du kannst mir nicht erzählen, dass du den Chacha gern getrunken hast! 😄 Ein Schöner Beitrag über Georgien. Ich liebe diese kleinen Familienbetriebe, man fühlt als hätte die Familie einen persönlich eingeladen!

    1. Ralf Pauli sagt:

      😀 Doch, den Chacha habe wir uns einverleibt! Der war so süffig, dass wir uns sogar eine Flasche mit Heim genommen haben… Vielen Dank einstweilen für das Lob. Das freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt. Und ja, es war eine dieser besonderen Erfahrungen, überall so herzlich willkommen gewesen zu sein. Geoergien ist ein tolles Land. Fahren wir noch einmal hin. Bestimmt!

      1. Haellavender sagt:

        Dann hatten wir damals wohl einfach die schlimmste im Hinterhof destillierte Version davon 😀 Schön, dass euch Georgien so sehr gefallen hat!

      2. Ralf Pauli sagt:

        Tja, das ist wohl so wie mit Trester an der Mosel, oder Sliwowitz in der Steiermark. Da kannste Glück haben… 😀

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