Aufgeschoben

Joh, jetzt isset raus: die #buwi2020 Saison ist zu Ende, bevor sie so richtig angefangen hat!

Wobei, so richtig ist das nun auch wieder nicht. Denn bei genauerer Betrachtung endet die Saison erst am 12. September 2021. Die aktuelle Saison wird also „nur“ verschoben. Alles „wejen däm hure Corona“ – wie man hier so sagt.

Trotzdem: Ein Jammer das Ganze. Nach 7 Monaten Buwipause hatte ich mich schon sehr gefreut auf die vielen geplanten Live-Auftritte unter dem Zeltdach unserer schönen Freilichtbühne Burg Wilhelmstein. Und natürlich als Burgberichterstatter auf die persönlichen Begegnungen mit den Künstlerinnen und Künstlern. Ein Wiedersehen mit Herbert Pixner und Begleiter_innen, Götz Alsmann und Band, oder auch China Moses, die in diesem Jahr mit keinem geringeren als Klaus Doldinger aufgetreten wäre. Oder hier: Guildo Horn, mit dem ich 2019 noch eng umschlungen an meinem „Arbeitsplatz“ stehen musste, um seinen Schlagerbeitrag körperlich zu unterstützen. Zugegeben nicht freiwillig, aber sehr zu Amüsement der Besucher_innen… 😀

Und da sind noch „Naturally 7“ aus New York. Eine wirklich ohne zu übertreiben sensationelle, grandiose A-Capella Kapelle die schon mehrfach auf der Burg gastierte und in 2018 ein fantastisches Konzert abgeliefert hatte. Super Jungens im Übrigen, die mit Humor darauf reagierten, dass ihr Mischpult vor der Hitze des Tages kurzzeitig kapitulierte. Sangen sie halt ohne Stereoanlage. Das war so großartig, dass es sicher vielen die dabei waren noch heute eine Gänsehaut bereitet.

In Zeiten wie diesen weiß man was man hat. Oder nicht. Es fällt brüllend auf, was man schmerzlich vermisst. Das gilt für uns alle in allen Lebenssituationen. Viele Existenzen stehen auf dem Spiel, persönliche Beziehungen gestalten sich herausfordernder, Familien drehen am Rad. Wobei an Afrika in der Nacht, darf ich garnicht erst denken

Foto: Frau (Elfriede) Pauli

Aber eben auch das: Kürzlich las ich einen Beitrag auf Facebook von Frau Pauli. Nein, nicht von Pauli sein Frau, sondern von Elfriede Pauli, einer jungen Sängerin, welcher aufgrund der Schließungen von Kultureinrichtungen jetzt viele Auftritte völlig unlustig verlustig gehen. Und damit eine für sie wichtige Einnahmequellen. Frau Pauli macht auf ihre Situation und die der Kleinkunstdarsteller_innen aufmerksam, ihrer gesellschaftlichen Bedeutung und die Notwendigkeit, auch für deren Existenz finanzielle Unterstützung vorzuhalten. Und nicht nur Livekonzerte und ähnliches im Web für Umme dankbar zu konsumieren, um in diesen beschränkten Zeiten etwas Zerstreuung in den eigenen vier Wänden zu finden. Das ernährt körperlich keinen. Jedenfalls nicht Frau Pauli.

In meinem Kommentar auf ihren Beitrag konnte ich nur zustimmen. Und gab meiner Hoffnung Ausdruck, dass es uns (als Gesellschaft) gelingt, auch kulturelle Strukturen zu erhalten, weil sie wertvoll sind und ein wichtiges Schmiermittel unseres sozialen Miteinanders darstellen. In diesen Tagen wird viel von „systemrelevanten Berufen“ gesprochen. Die gesellschaftliche Wahrnehmung dahingehend justiert sich ja gerade watt neu. Zurecht und überfällig das Ganze, wenn man (endlich) auf die Bedeutung beispielsweise der Kranken- und Pflegeberufe schaut. Und nicht nur da. Was hoffentlich zukünftig dazu führt, dass man diese (und andere) dann mindestens auch angemessen gratifiziert.

Ich denke aber, wenn man genau hinschaut hängt am Ende alles mit allem zusammen. Und die Kultur mit seinen vielen unterscheidlichen Künstler_innen sowie die vielen verschiedenen kulturellen Spielstätten gehören unbedingt dazu!

Warum? Hier mal 35 Gründe für Kunst und Kultur von Steffen Peschel, Kulturmanager aus Dresden, auf konzeptfreun.de. Das muss erhalten bleiben! Bei allem was es nun zu stützen gilt: Kultur gehört dazu!

Fordere ich nicht als Teammitglied der Freilichtbühne Burg Wilhelmstein. Sondern als jemandem, der zeitlebens Kunst und Kultur als inspirierendes Aufladegerät für sich begriffen hat. Live und unmittelbar Musiker_innen, Kabarettist_innen, Schauspieler_innen und anderen Künstler_innen mit ihrer Kunst immer so nahe zu sein, ist für mich immer ein besonderes und in vielerlei Hinsicht beeindruckendes Erlebnis. Ich brauch´ datt.

Auch deshalb mache ich da mit, in Würselen Bardenberg. Auch 2021.

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