Aufgeschoben aufgehoben

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Hatte ich eigentlich berichtet, dass die auf #buwi2021 aufgeschobene #buwi2020 Saison dann doch noch irgendwie stattfindet?! Nä ne?

Zugegeben, nicht mit den ursprünglich geplanten Programmpunkten. Aber eben etwas anders und mit nur rund der Hälfte der Freilichtbühnen Sitzplatz Kapazitäten.

Die dynamische Erlasslage in NRW machte es am Ende doch noch möglich, im begrenzten Umfang Kultur auf Burg Wilhelmstein stattfinden zu lassen. Konkret der § 8 der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2  (Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO). Auf der Basis der Rückverfolgbarkeit und mit entsprechendem Hygienekonzept, welches mit dem Gesundheitsamt der StädteRegion Aachen abgestimmt sein muss, können Open-Air Veranstaltungen stattfinden.

Joh, und die Inhalte des Erlasses hat nicht jede_r der Buwi-Besucher_innen verstanden. Oder verstehen wollen. Was zu Beginn dann gleich für reichlich Ärger gesorgt hat.

So meinten einige, dass man eigentlich mit dem Erwerb eines Billetts einen exklusiven Einzelsitzplatz und 1,5 Meter Freiheit rundherum  erworben hätte. Das war aber natürlich nicht so. Und so jeht datt dann. Denn der Shitstorm in Zeitung und sozialen Medien war quais vorprogrammiert und unaufhaltsam schon nach der ersten Veranstaltung da. Und  hielt sich auch noch was.

Zugegeben: es ist es ja wirklich schwierig zu verstehen, dass man erst mit Mund-Nase-Bedeckung und Abstand haltend in die Kulturstätte eintreten soll und dann am Platz plötzlich und unerwartet neben fremden Menschen Hintern an Hintern zusammen sitzt. Ohne Schnüssjardinchenpflicht. Und dann noch, obwohl doch eigentlich an anderer Stelle noch watt Platz wäre.

Aber „Rückverfolgbarkeit“ hat mit Zuordnung von Person und Platz zu tun. Reserviert man also einen bestimmten Platz, so ist dieser für diese Veranstaltung entsprechend personell zugeordnet. Natürlich kann man auch weiter ein Schnüssjardinchen tragen und die fremde Person neben sich bitten und fragen, selbiges zu tun. Aber das ist dann dort für niemanden eine Pflicht.

Zusätzlich und sofern Plätze nicht besetzt sind und eine Veranstaltung nicht ausverkauft ist, kann man sich auch umsetzen unter der Voraussetzung, dass der Platzwechsel der freundliche Buwi-Platzwart das notiert. Zwecks Rückverfolgbarkeit.

Und ja, auch beim Verlassen des Etablissements ist Disziplin von allen gefragt, eben nicht zusammen heraus zu stürmen, sondern Block für Block mit Abstand hinaus zu gehen. Das klappt dann mal schlechter, aber von mal zu mal besser.

Die Bedingungen wurden vorab und immer wieder auch öffentlich auf allen Kanälen kommuniziert. Was übrigens auch Teil der Coronaschutzverordnung ist.

Aber es ist in diesen Zeiten für Veranstalter dann doch immer schwierig, das Richtige zu tun. Das zeigte auch eine andere Veranstaltungsreihe in Eschweiler, die zeitgleich auf einem Marktplatz mit Bühne und 950 Besucher_innen stattfand. Auch hier war direkt nach Veranstaltungsende das Geschrei auf allen Kanälen groß, dass die Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien. Das Konzept des Veranstalters war das gleiche, wie bei #buwi2020. Auch hier saßen die Leute unter freiem Himmel Stuhl an Stuhl. Auch hier war konzeptionell die Rückverfolgbarkeit der Schlüssel.

Bemerkenswert sind dann Hinweise von Besucher_innen, dass man ja zur Risikogruppe gehöre und dass das ja so in der Umsetzung nun mal gar nicht ginge. Oder Besucher_innen die sich zuerst bedanken für die tolle Veranstaltung, gleichzeitig aber alles in Frage stellen und die Umsetzung als „Menschenverachtend“ bewerten.

Naja, ich finde, dass man sich grundsätzlich vorher im Detail mit den Hygiene- und Schutzkonzepten auseinander setzen sollte. Als Risikogruppenangehöriger oder als Mensch, dem die aktuelle Situation nicht geheuer ist und der sich unsicher fühlt, ist doch auch wirklich fraglich, ob man dann an Veranstaltungen mit absehbar 300 – 400 Personen (oder siehe Eschweiler auch mehr) überhaupt teilnehmen muss?

Und Kritik zu üben, wenn man die ganze Veranstaltung bis zum Ende richtig genossen und viel Spaß gehabt hat, lässt zumindest die Einschätzung zu,  dass sich das Unwohlsein dann am Ende doch in Grenzen gehalten haben muss.

Und Fakt ist eben auch, dass sich sehr viele Buwi-Besucher_innen beim Buwi-Team bedankt haben, endlich wieder Live Kultur erleben zu können. Habe ich bei Einhaltung der geltenden Abstandsregel hautnah und unmittelbar mitbekommen.

Nicht zu schweigen von den Künstler_innen, von denen JEDE/R auf der Bühne vom plötzlichen beruflichen Lock-Down seit März 2020 sprach und glücklich und dankbar war, nun endlich wieder vor Menschen (und nicht vor Autos) direkt Kunst zum Besten geben zu können. Manche waren dabei sichtlich bewegt und hatten Tränen in den Augen, wenn das Publikum dann auch noch Standing-Ovation spendete.

Sei´s drum. Ist für alle eine blöde Situation derzeit. Und bei der #buwi2021 Saison hoffentlich Geschichte…

 

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