Skycamper pimping Teil II

Jetzt isser zwei geworden, unser kleiner. Obwohl, klein war er eigentlich nie der Pauli sein Frau und Pauli sein Frau sein Mann sein Skycamper. Und gewachsen ist er freilich auch nicht mehr… Sogar die Abnutzungserscheinungen halten sich nach zwei Jahren sowatt von in Grenzen. Schließlich behandeln wir unseren Bulli schon schön pfleglich.

Zugeben, die Zahl der Touren im zweiten Jahr unserer Besitzergreifung hielt sich leider etwas in Grenzen und reichte nicht an die des ersten Jahres heran. Auch blieb das Schätzchen über den Winter länger als geplant in der Garage, da uns der berufliche Alltag watt mehr in Beschlag nahm und wir an Stelle dessen unseren Erstwagen verbrauchten.

Übrigens, auch auf unserer Reise nach Sevilla im Herbst 2018. Dabei hatte ich uns doch so ein dolles Hotel mitten in der City gebucht. Mit Parkplatz! Kurz vor Reiseantritt zog ich dank Google Streetview schon mal virtuell um den Block, um „meinen“ Skycamperparkplatz ausfindig zu machen. Joh, war dann aber nix zu sehen mit auffe Straße parken. Sondern nur ein relativ großes, unterirdisches Parkhaus gleich um´s Eck, mit einer zu niedriger Durchfahrtshöhe von 1,95 m. Sonst schien wirklich garnix an adäquatem Parkraum in der Nähe befindlich zu sein – was sich dann vor Ort und in Natura noch einmal bestätigte. Ansonsten war Sevilla herrlich! Aber das ist ein anderes Thema…

Nachdem wir im ersten Jahr unseren Skycamper schon mal nach unseren Bedürfnissen gepimpt hatten, blieb eigentlich nicht mehr viel zu tun. Der schlichte VW T6 Transporter verzichtet ja auf allerlei Schnickschnack. Die Ausführung ist einfach und von Hartplastik geprägt. Das macht das Modell preiswerter. Vor allen Dingen. Das stört uns aber soweit auch überhaupt nicht, bleibt der Bulli für unsere Ansprüchen perfekt, robust und zugenäht, und auch in der Pflege recht anspruchslos.

Einzig die seitlichen Gebläsedüsen im Cockpit rechts und links, die ich bereits im letzten Beitrag „Skycamper pimping“ bemägelt hatte, lagen mir irgendwie noch immer watt quer. Wie beschrieben, kann man mit dem kleinen Schieberegler die Luft an die Seitenscheibe lenken, gleichzeitig nach oben oder nach unten. Will man aber weniger Luft oder gar keine, muss man den Regler zur Innenraummitte schieben?! Andersherum: will man etwas kühle Brise um die Nase erhaschen, weil es in mediterranen Staaten nicht unüblich watt wärmer ist, muss man mit dem Gesicht quasi an der Seitenscheibe kleben, weil zur Mitte hin schließt sich der Regler. Auch im Gespräch mit anderen Bulliisten wurde diese Technik launig debattiert…

Ich spürte diesen Makel körperlich. Am Ende habe ich uns dann die zwei seitlichen Lüftungsdüsen gegönnt, die einen knackigen Preis von zusammen 141,85 € aufriefen.  Der Ausbau des Altbestandes ging zügig. Der optische Vergleich beider Korpusse verriet unbedingte Baugleichheit mit zwei Unterschieden: die neuen Teile haben im unteren Teil der Frontblende ein Einstellrädchen, die die Luftzufuhr regelt. Zum anderen sind die Düsen schwarz lackiert statt grau plastiniert und besitzen einen kleinen Chromring umzu. Passt aber immer noch prima zum bestehen Interior. Ansonsten alles gleich.

Naja, fast. Denn anscheinend ist doch nicht alles baugleich bei den Cockpittes der T6 Bullis. Ein kleiner Überstand der unteren Kante nach innen hin blockierte das Einrasten in den Schacht. Die Jungens von Unicar schliffen diese Kante dann filigran und peu á peu herunter, bis es sowatt von fein passte. Beim zweiten Düschen ging´s dann auch direkt noch flotter von der Hand. Und der Effekt? Lohnt datt denn? JA!

Und noch ein Nachrüsten: Wir nutzen am Heck den Fahrradgepäckträger von Fiamma für zwei Bikes. Es stellte sich in der Praxis aber heraus, dass die Heckklappe bei montiertem Träger dazu neigt, sich zu neigen, weil es das Gewicht offensichtlich nicht oben halten kann. (Wohlbemerkt ohne Fahrräder darauf…) Abhilfe schafften zwei neue Gasdruckfedern, die VW für genau diesen Fall vorhält; Kostenpunkt: 110,08 €.  Nutzt ja nix…

Watt auch nix mehr nutzte waren die Reifen. Nicht dass die nach zwei Jahren und rund 30.000 Kilometer völlig abgenutzt waren. Aber die äußere Flanke des rechten Vorderreifens hatte einen signifikanten, irreparablen Einschnitt. Wahrscheinlich habe ich mir den beim Bürgersteigeinschlag in der Bahnhofstraße in Gnas/ Steiermark kurz vor dem dortigen schönen Freibad eingefahren, als ich einem mir entgegen kommenden Radfahrer das Leben rettete. Der Tünn kam mit in einem Affenzahn und mit offenem Mund – weil offensichtlich temporär schockiert – vom Hügel herab und schien die völlige Kontrolle zu verlieren. Er überlebte. Wahrscheinlich mit Kötteln in der Buxe. Und nur dank meines heroischen Reflexes Richtung Östereichersteig. Jedenfalls habe ich den Schaden in seiner Gänze wohl seinerzeit unterschätzt und mich gewundert, dass der Pneu hin und wieder mehr Luft zum walzen braucht, als die anderen drei.

Im übrigen war das No-Name-Reifenprodukt ohnehin von Anfang an nicht der Brüller und wohl auch dem niedrigen Preisdiktat geschuldet. Das weiß ich jetzt deshalb besser, weil die neuen Bridgestones sowatt von geschmeidiges Fahrgefühl und klebende Bodenhaftung vermitteln (insbesondere bei Nässe), dass der Unterschied schon frappierend ist; Kostenpunkt: 602,14€.  *aaargh…*

Das Tischchen haben wir neuerdings ständig umgeklappt, weil wir es im Alltag selten nutzen. Wohin also mit dem Füßchen? Die quälend lange Suche nach einem geeigneten, unauffälligen Plätzchen hatte ein Ende, indem ich einen Magnetschnäpper an der Sideboardseite zum Fahrersitz montierte, wo das Stängchen jetzt „geparkt“ ist. Kostete nix, hatte ich noch im Keller.

Der Tritt aus der Seitentüre ist geprägt von der Halterung des Moskitonetzes, dass wir uns von Skycamper direkt am Anfang haben einbauen lassen. Es gibt da aber einen Zwischenraum, der letztlich ein paar Zentimeter offen ist und die Unterkostruktion offenlegt. Wenn man´s sieht, sieht´s nicht so schön aus. Habe im Baumarkt ein Aluminium Flachprofil für 3,85 € gekauft und mit grauem Silikon (1,99 €) befestigt. Sieht jetzt besser aus.

Den letzten größeren Posten haben wir dann für die regulär erste Inspektion aufgewendet: 372,76 €, inklusive Motoröl, Ölfilter; Ölablasschraube, Innenraumfilter, watt Sonax Klare Sicht, Kleinteile und Arbeitszeit.

So parat gemacht, schnurrten wir zum zweijährigen Geburtstag unseres Skycampers nach Bremen. Mit Sack und Pack, Fahrrädern und Vorzelt. Sogar das Wetter spielte mit. Alles funzte. Es war traumhaft und genau so, wie wir uns das immer gewünscht hatten, wie es sein sollte. Wie sagt der Franzose: „more to come!“

Und da comes more! Diesmal stehen nämlich definitiv die Camping- und Stellplätze in Nordspanien und Portugal auf unserer Jahresagenda. Ohne Parkhäuser und in freier Natur, unterwegs dabei immer mit einer kühlen Brise aus den neuen Gebläsedüsen. Herrlisch!

(Zuvor zum Thema gesendet: Up, up to the Skycamper 5/2017 und „Skycamper pimping“ – 4/2018)

 

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