Solio Game Reserve

Uuuuuund weiter geht´s! Hatten wir gerade erst einen fantastischen Einstieg in die Safariwelt Kenias durch den Besuch des Aberdare Nationalparks, stand der nächste Tagesausflug schon an. Diesmal ging es zur Solio Ranch, ganz in der Nähe der Sandai Farm.

Bei der Solio Ranch handelt es sich um einen privaten Park von ca. 70 Km² Fläche. Er beheimatet vor allem eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Nashorn-Populationen. Darüber hinaus können sich hier wild lebenden Tieren wie Zebras, Giraffen, Büffel, Gazellen und Wasserböcke, Leoparden und Löwenrudel, frei bewegen. Ob man sie jedoch alle zu Gesicht bekommt bei einer Safari, bleibt immer eine spannende Frage. Man weiß ett nicht…

Nun, ich nehme es vorweg: alle haben wir nicht gesehen. Aber fast alle. Mehr als 7 Stunden sind wir mit Isaiah („Mr. Eagle Eye“) und Joseph fast im Schritttempo durch das Gelände gestreunt, teilweise auf Flächen, wo nie zuvor ein Mensch gefahren ist. Immer auf der Pirsch. Ein Träumchen dabei wäre für uns eine Begegnung mit einem Löwen gewesen.

Wie erwartet haben wir en masse Nashörner in freier Wildbahn erleben dürfen. Gleich zu Anfang standen wir mit dem Landcruiser vor drei mächtigen Kandidaten, die friedlich vor sich herum grasten. Toll anzuschauen. Vor allem in so kurzer Entfernung. Wobei, zwei bekamen sich dann kurzzeitig in die Wolle und beharkten sich. Übrigens überraschender Weise laut und stimmlich hoch quietschend. Die Rangelei offenbarte die Kraft und Wucht, die diese massigen Tiere von jetzt auf gleich entwickeln können. Und die schon sehr Respekt einflößend ist.

Alles beruhigte sich aber schnell wieder, sodass wir gemächlich von dannen fahren konnten. Und gleich wieder an Nashörner gerieten, die friedlich und satt vor sich her dösten. Unsere beiden Führer fuhren vorsichtig durch das Land, machten immer wieder einen kurzen Zwischenstopp, damit wir die Aussicht und das tierische Leben zeitlos genießen und fotografieren konnten. Wobei man mitunter nicht so recht wusste, wer jetzt wen gerade beguckt…

Mitte des Tages hielten wir auf einem Hügel unter dem einzigen Baum weit und breit, um gemeinsam unser mittägliches Picknick einzunehmen. Es hatte schon so etwas von „Jenseits von Afrika“

Während unserer Lebensmitteleinnahme störte ein Kleinflugzeug die Stille. Wie sich herausstellen sollte, kreiste es um ein Grenzgebiet zwischen Farm und Freiheit. Ein Löwe hatte den hohen Zaun überwunden und machte sich wohl auf den Weg zu einer Kuhherde in der Nähe.

Mit Propeller und Warnschüssen vertrieb man die Katze wieder zurück auf Solio Gebiet. Der Sprung der Löwin zurück über den Zaun hatte der aufmerksame Joseph in seinem kleinen Fernglas beobachten können. Nach intensivem Hinschauen konnten auch wir Muzungus den hellen Schein des Tieres erkennen. Flugs war das Picknick zu Ende und die dazugehörigen Devotionalien schneller wieder an Bord, als der alternde Tourist mit Kamera. Die Jungens vorne machten sich auf „die Jagd“ nach dem Raubtier, um es dort unten im Dickicht zu sehen.

Das gelang auch! Denn tatsächlich versteckte es sich zunächst hinter einem Busch. Um dann aber wieder abzudackeln, ohne das ich eine Chance gehabt hätte, es vernünftig vor die Linse zu bekommen. Noch zweimal konnten Isaiah und Joseph eine kurze optische Nähe herstellen, die aber leider nicht zu einem vernünftigen Foto reichte. Trotzdem: wir hatten eine Löwin gesehen! Toll!

Die Solio Ranch bildet vielfältige Landschaften ab, von Hochplateaus bis tiefe, bewaldete Täler. Es bieten sich einem immer wieder interessante Bilder der dortigen Natur, ob ohne oder mit Tieren. Apropos Tiere: Impalas und Wasserböcke begleiteten uns irgendwie permanent. Dann hatten wir auch noch die ersten Giraffen in freier Wildbahn sowatt von direkt vor uns.  Und wieder stellte sich beim Anblick der anmutenden Bewegungen dieser außergewöhnlichen Tiere so etwas wie Demut und Dankbarkeit ein.  Und das Gefühl, diese Tiere irgendwie zu (be)schützen zu wollen. Naja, klingt jetzt watt arsch pathetisch, oder?

Jedenfalls, wie geschrieben, mehr als 7 Stunden standen wir hoch auf dem grünen Wagen und glotzten um die Wette. Unsere Anwesenheit auf Abstand schien niemanden in der wilden, ungezähmten Tierwelt zu stören. Und zu keinem Zeitpunkt, war es langweilig!  Also für uns… 😉

Wir hatten einen Löwen gesehen! Und Giraffen! Und Nashörner! Ja watt willste da mehr? Es kam mehr…

Kenia 2019 – Eine Reise mit Folgen: Jambo Kenya / David Sheldrick Wildlife Trust / Sandai – African Footprints / Aberdare National Park / CAFF – Aufforstung für die Zukunft / Samburu National Reserve – Teil 1 / Samburu National Reserve – Teil 2 / Pajoma Machukia Childrens Home

 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ute Schuh sagt:

    Sehr beeindruckende Fotos und das aus nächster Nähe, toll!!!

    1. Ralf Pauli sagt:

      Vielen Dank, liebe Ute! 😉

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