Pajoma Machukia Childrens Home

Ich hatte ja schon erwähnt, dass „unsere Herbergsmutter“ Petra Allmendinger neben ihrer Farm/ Lodge Sandai auch noch drei soziale Projekte maßgeblich begleitet, durchführt oder aufbaut. Je nachdem wie man es sieht. Über das Aufforstungsprogramm des CAFF hatte ich bereits berichtet. Über das zweite, dass Pauli sein Frau und mich ebenfalls nachhaltig beeindruckt hat, berichte ich hier und jetzt: es ist ein Kinderheim!

Bereits seit Petras Gemeinwesenarbeit als Entwicklungshelferin hat sie in der Stadt Isiolo (ca. 150 Kilometer nördlich vom heutigen Heimatort Nyeri) seit 1995 an einem Kinderheim mitgewirkt. Das Kinderheim wurde mittlerweile leider geschlossen. Dafür hat Petra in unmittelbarer Nähe zu Sandai ein neues Heim aufgebaut, welches seit April 2018 besteht, das Pajoma Machukia Childrens Home.

Hier finden aktuell 10 Kinder im Alter von 4 – 12 Jahren ein neues Zuhause. Kinder, die ihre Eltern verloren haben, oder Halbwaisen sind, die massive Gewalterfahrungen erlebt haben, Vernachlässigung oder Missbrauch. Kinder, deren Wohl akut gefährdet ist, die emotionale Traumata und/ oder gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten haben. Kinder, die deshalb aus der Herkunftsfamilie herausgenommen werden mussten, um ihnen eine neue Lebensperspektive und ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

Petras Kinderheim ist staatlich anerkannt und registriert. Die Zuweisungen von Kindern erfolgt durch das dortige Jugendamt, oder durch Kontakte zu örtlichen Chiefs und Lehrern. Manchmal gibt es auch Notaufnahmen, wenn schnell reagiert werden muss. Jedes Kind wird medizinisch untersucht und behandelt.

Rudelgucken mit Muzungu

Während unseres Aufenthaltes auf Sandai haben wir natürlich auch dem kleinen Kinderheim einen Besuch abgestattet und uns das mal aus nächster Nähe angeschaut. Wir wurden erst einmal distanziert freundlich begrüßt von scheinbar fröhlichen Kids. Die anfänglich höfliche Zurückhaltung bei ihnen wich aber ziemlich schnell, als Muzungu Pauli anfing, mit ihnen rumzualbern und ein wenig spökens trieb. Fotos wurden dann auch noch gemacht und gemeinsam im Pulk angeschaut.

Stolz zeigten die Kinder ihre sowatt von akkurat aufgeräumten Schränke und Betten. Und ALLE mussten angeschaut und bewundert werden! Und fotografiert…

Auf dem Grundstück gibt es ein Bettenhaus mit zwei Bereichen, einen für Mädchen, einen für Jungen, mit jeweils einem Schlafsaal und einem Sanitärraum mit Toiletten und Duschen. Eine zweite Rundhütte dient derzeit als Küche, Esszimmer und Gemeinschaftsraum. In der Entstehung ist aktuell noch ein Gästehaus, u.a. auch für Besucher/innen, die mit den Kinder Zeit verbringen möchten. Es gibt zudem einen kleinen Garten zur Selbstversorgung und viel Platz zum spielen und toben.

Obwohl in der Kürze der Zeit schon viel geschaffen wurde, fehlt doch noch so einiges. Schließlich gibt es keinerlei staatliche Förderung. Einzig über Spenden wird das Heim finanziert!

Was braucht´s?

Aktuell beispielsweise einen großen Gasherd, Töpfe und Kochutensilien, Geschirr, Schränke und Schuhablagen. Auch im Garten wären Spielgeräte wünschenswert.
Alles kann bei Händlern vor Ort angeschafft, oder bei ansässigen Schreinern gebaut werden.

Die laufenden Kosten betragen ca. 100,- € monatlich für ein Kind. Ziel ist es, maximal 20 Kindern einen sichere Platz anzubieten, was ca. 2.000,- € an laufenden Kosten im Monat nach sich ziehen würde.

Joh, und wie datt so geht bei einem ehemaligen Entwicklungshelfer und heutigen Jugendamtsmitarbeit nebst Frau Erzieherin: der Trigger war ausgelöst. Natürlich hat uns dieses Projekt besonders angesprochen. Natürlich wollen wir gerne einen Beitrag leisten (und haben das vor Ort auch schon in bescheidenem Umfang getan), um dieses private Kinderheim zu unterstützen.

Und ja, das ist ja auch immer so eine Sache, mit Projekten in Afrika. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass für eine sinnvolle und effektive Hilfe mindestens drei Dinge unbedingt notwendig sind:

  1. Hilfe von außen muss Rücksicht auf den tatsächlichen Bedarf vor Ort nehmen. Wie wohl auch auf die Kultur des Landes und seiner Menschen. Projekte die daran vorbei oder noch schlimmer darüber hinweg fabriziert werden, sind zum scheitern verurteilt.
  2. Es braucht (mindestens) eine vertrauenswürdige, verantwortliche Person, welche/r als Ansprechpartner/in „zwischen den Welten“ in jeglicher Beziehung zu kommunizieren im Stande ist. Damit ist weniger die Sprache gemeint, als mehr noch die gesellschaftlichen Unterschiede und Kulturen, die es beiderseitig zu vermitteln und moderieren gilt.
  3. Hilfreich ist es, einen Träger in Deutschland zu haben, der bei der Spendenakquise hilft, wo Kontakte und die Arbeit auf verschiedenen Schultern verteilt ist und über den organisatorisches und finanzielles abgewickelt werden kann. So wie es beispielsweise bei zwei Vereinen ist, denen ich (bekanntlich) seit Jahren eng verbunden bin: fair handeln e.V. Alsdorf und der eine-welt engagement e.V. (ewe) in Düren. Beide Vereine unterstützen Entwicklungsprojekte und Freiwilligenarbeit in Sambia und dem Senegal.

Joh, zu Punkt 1: vom Bedarf haben wir uns überzeugt. Den haben wir hautnah erleben dürfen.

Tessa Almendinger unterstützt ihre Mutter Petra

Punkt 2: Eine verlässliche Person, die sich für ihr Kinderheim verantwortlich zeichnet, gibt es auch in der Person Petra Allmeninger – nebst Tochter Tessa. Es ist ihr Kinderheim, es ist ihr Projekt. Unmittelbarer geht es nicht.

In Bezug auf das Pajoma Machukia Childrens Home gibt es auch einen Förderverein in Deutschland, der als unterstützenderTräger tätig ist und Spendenmittel akquiriert: “Hilfe für Kenia’s Kinder“. Auf der Internetseite des Vereins gibt es weitere Informationen zum Kinderheim. Kann man auch Fördermitglied werden, für (mindestens) 36,- € jährlich. Kann man aber auch einfach so spenden, ohne Mitglied zu werden.

Aber ich werde selber in den nächsten Wochen auf (aus meiner Sicht) potentielle hilfsaffine Mitmenschen zugehen und um deren Unterstützung werben. In der mir ureigenen Art. Höflich, humorvoll, aber bestimmt. Immer in der begründeten Hoffnung, Hilfe in pekuniärer Art zu erhalten.

Wobei ich auch total gerne unaufgefordert angesprochen werde und man mir Geld für diesen Zweck aufdrängen kann. Ich nehme das an. Schließlich ist das für einen ziemlich guten Zweck. Sowatt von!

Unten gibt´s im Übrigen ein Kontaktformular. Wer Kontakt zu mir sucht für mehr Infos, erreicht mich darüber in Windeseile…

 

Kenia 2019 – Eine Reise mit Folgen: Jambo Kenya / David Sheldrick Wildlife Trust / Sandai – African Footprints / Aberdare National Park / Solio Game Reserve / CAFF – Aufforstung für die Zukunft / Samburu National Reserve – Teil 1 / Samburu National Reserve – Teil 2

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